Maya Farner
«Das Leben ist nur dann wirklich, wenn ich bin.» So der Philosoph Gurdjieff. Für Maya müsste der Satz heissen: «Wenn ich es tanze.» Sie liess sich zur orientalischen Tänzerin ausbilden und befasst sich neben der orientalischen Tanztechnik auch mit Tribal und Modern, ebenso wie mit Ballett und zeitgenössischem Tanz. In Ägypten und der Türkei ging sie bei tanzenden Derwischen zur Schule und wurde 2009 in Konya, der Wiege der Mevlanas, von einem Sufi-Sheikh als wirbelnder Derwisch anerkannt. Auch in ihrem Studium stand der Tanz im Mittelpunkt. Zunächst studierte sie vergleichende Religionswissenschaft in Zürich und befasste sich vor allem mit verschiedenen Arten des Trancetanzes. Später absolvierte sie einen Master of Advanced Studies in TanzKultur an der philosophisch-humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität Bern.
Ihr künstlerisches Schaffen verbindet die Sprache des orientalischen Tanzes mit einem zeitgenössischen Tanzverständnis. Dabei entstehen ganz neue Kreationen, wie zum Beispiel «fragments of paradise», eine Tanzperformance mit Videoinstallationen des ägyptischen Filmemachers Ahmed Abdel Mohsen, die sie im Februar 2006 erstmals im Kaufleuten Zürich präsentierte. Das ebenfalls multimediale Stück «in between» thematisierte die Zerrissenheit zwischen den gesellschaftlichen Erwartungen und der Sehnsucht nach persönlicher Entfaltung - inszeniert mit den beiden marokkanischen Perkussionisten Kamal und Toufiq Essahbi, so wie mit Projektionen der Künstlerin Cordula von Martha. Das Projekt «dancing planets - eine Reise durch das Sonnensystem» ist in Kooperation mit dem Planetarium Zürich und dem Astrophysiker Urs Scheifele entstanden. Maya gestaltete mit Tänzen und Texten die mythologischen und astrologischen Aspekte einzelner Planeten. Zur Zeit arbeitet sie an einem neuen Bühnenstück, welches sich mit dem kulturellen Transfer von Ritualen beschäftigt. Wie der Anthropologe Christoph Wulf aufzeigt, liegt im performativen Verständnis von Kultur ein grosses kreatives Potential. Sich dieser Kreativität in der kulturellen und spirituellen Auseinandersetzung zu öffnen, ist nicht nur für ihre eigenen künsterlischen Werke wegweisend, sondern prägt auch ihre Arbeit als Tanzlehrerin. In ihrem Studio an der Wyssgasse 6 in Zürich unterrichtet sie Klassen aller Stufen in zeitgenössischem orientalischem Tanz und bietet Workshops an für Trance- und Derwischtanz.
